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31.07.2022     Friedensbrücke aktiv bei PAX TERRA 22

 

Wir danken den Spendern, die nach dem Vortrag von Liane Kilinc fast 150 Euro spendeten und freuen uns über die Spenden am Stand FBKO in Höhe von 700,- Euro.

Impressionen vom Festival und die Rede von Liane Kilinc.

Am letzten Wochenende war die Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe auf dem Pax Terra Musica mit einem Info- und Spendenstand und einem Vortrag durch die Vereinsvorsitzende vertreten. Der Vortrag von Liane Kilinc wurde sehr positiv aufgenommen und spontan wurde für die Friedensbrücke gesammelt. Dabei kam der stolze Betrag von 147,70 € zusammen.

Am Stand der Friedensbrücke herrschte reges Treiben. Viele Menschen interessierten sich für die Projekte unseres Vereines. Sehr positiv wurde aufgenommen, dass wir Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Aber auch Gespräche über Frieden, und wie man diesen erreichen kann, bestimmten den Austausch.

Natürlich gab es auch wieder liebevoll Selbstgemachtes am Stand gegen Spende. So hatte ein sehr neues Mitglied Hollerblütensirup, Brombeersaft, Hollerbeerenmarmelade und Gelee zur Verfügung gestellt. Die Kräuterfee betreute den Stand, und hatte auch Einiges an Selbstgemachtem, wie Likör, Wein, Marmeladen, Löwenzahnblütenhonig und Kräutersalben mitgebracht. Zudem führte sie zwei Kräuterwanderungen durch, die großen Anklang fanden. So konnten weitere 700 € an Spenden requiriert werden, die die Menschen mit viel Herz gegeben haben.

Fazit: Für viele Menschen, die erstmals auf dem Friedensfestival waren, waren viele Dinge neu. Sie wussten nicht, wie lange es den Krieg in der Ukraine schon gibt. Und genau deshalb ist unsere Arbeit so wichtig. Nicht nur, um Spenden zu generieren. Sondern auch, um die Menschen zu informieren.

Vielen Dank an alle Menschen, die dies möglich gemacht haben



Die Rede von Liane Kilinc bei PAX TERRA

Liebe Friedensfreunde,

das ist das erste Mal, dass wir uns treffen, während uns alle Schlagzeilen „Krieg“ entgegenschreien.
Es ist nicht das erste Mal, das Krieg herrscht, das war all die Jahre so, in Syrien, im Jemen, im Donbass, in Mali... aber diese Kriege waren nie so wichtig, da wurde nicht von morgens bis abends Solidarität gepredigt, da wurden keine fremden Fahnen an jedem Fahnenmast hochgezogen, und schon gar nicht sollten wir alle wegen dieser Kriege frieren und uns fragen, wie wir im Winter noch das Essen bezahlen können.

Überall wird er einem vor die Nase gehalten, in die Ohren gedrückt, der Krieg in der Ukraine.

Und als nächstes kommt dann das Lied von den bösen Russen. Die allein schuld sind. Weswegen man sie ja sanktionieren musste, weswegen wir frieren sollen. Aber inzwischen ist klar, dass von vorne bis hinten gelogen wurde. Nur drei Punkte, von drei Zeugen, die niemand im Westen als Desinformation bezeichnen kann.

Der erste ist der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko. Dieser erklärte gleich in zwei verschiedenen Interviews, die Ukraine habe das Minsker Abkommen nur unterschrieben, um Zeit zu gewinnen und wieder aufrüsten zu können, um dann den Krieg gegen den Donbass wieder auszuweiten. Das hat er gesagt. In den deutschen Zeitungen stand das nicht.

Die Minsker Abkommen, das möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen, wurden 2015 zwischen den Volksrepubliken Donezk und Lugansk und der Regierung in Kiew geschlossen; Russland, Frankreich und Deutschland waren die Garantiemächte, die auch die Verhandlungen geführt hatten. Dieses Abkommen wurde vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet und wurde dadurch bindendes Völkerrecht. Und was ist passiert?

Deutschland und Frankreich taten schlicht nichts, ganz und gar nichts, um die Ukraine zu einer Umsetzung zu bewegen. Auch Ende letzten Jahres nicht, als Russland ganz klare Forderungen stellte. Im Gegenteil. Obwohl Deutschland die ganze Zeit über jährlich Milliarden in die Ukraine schaufelte, wurde nicht einmal versucht, sie zu Verhandlungen mit den Donbass Republiken zu zwingen. Stattdessen hat man ständig davon geredet Russland müsse sie umsetzen.

Russland hatte, die ganzen sieben Jahre über, seit Abschluss dieser Abkommen, nur eine Möglichkeit, diese Vereinbarungen umzusetzen – einen Einmarsch in die Ukraine, um so den Beschuss und den Krieg gegen den Donbass zu beenden. Ihr erinnert euch sicher noch an die vielen Reisen von Baerbock und Scholz Anfang des Jahres. Als sie so taten, als würden sie sich um Frieden bemühen. Bis zu dem Tag, als Russland die beiden Donbass Republiken anerkannte, war es immer noch möglich, das Minsker Abkommen umzusetzen, mit dem Donezk und Lugansk Teil der Ukraine geblieben wären. Wenn die territoriale Integrität der Ukraine so wichtig wäre, wie immer behauptet wird, hätte das passieren müssen. Weil es ein Weg ganz ohne Blutvergießen war.

Kommen wir zu unserem zweiten Zeugen. Der heißt Olaf Scholz und ist Bundeskanzler. In einem Artikel, den er neulich für die FAZ schrieb, schrieb er, die Bundesregierung hätte sich seit Dezember damit beschäftigt, wie man ohne russisches Gas und Öl auskommen könne. Seit Dezember?

Ich erinnere noch einmal daran, Russland hat die beiden Republiken am 21.Februar anerkannt, danach wurden die ganzen Sanktionen verhängt, die uns jetzt den Winter vermiesen. Warum bereitet man sich auf Sanktionen vor, die wegen eines Krieges verhängt werden, der noch gar nicht begonnen hat? Was soll das? Tut man das, wenn man ernsthaft um den Frieden verhandelt? Nein das tut man nicht.

In der ganzen Zeit dieses Reisetheaters gab es einen ukrainischen Aufmarsch im Donbass, wurde schweres Gerät dahin gebracht, wurden Truppen verstärkt. Die Schätzungen gehen bis 130.000 Mann, die im Donbass bereitstanden. Anfang Februar ging es wieder los mit massivem Beschuss.

Ich war über die Jahre hinweg mehrmals im Donbass. Ich saß mit den Menschen dort im Keller. Ich habe Material besorgt, um kaputtgeschossene Schulen und Kindergärten wieder herzustellen. Nicht seit Februar, sondern in den ganzen letzten Jahren.
Hier stand nie etwas darüber in den Zeitungen. Jeder im Donbass wusste, damals im Februar, dass ein ukrainischer Angriff unmittelbar bevorstand. Weil es immer so war. Wenn der Beschuss heftig wird, kommen danach die Angriffe.

Das war in der Zeit, als hier noch behauptet wurde, Baerbock und Scholz bemühten sich um den Frieden. Haben sie der Ukraine gesagt, die Truppen zurückzuziehen und den Beschuss zu beenden? Haben sie nicht. Baerbock marschierte sogar mit ukrainischen Soldaten durch einen Ort an der Frontlinie.

Kommen wir zu meinem dritten Zeugen. Der heißt Jens Stoltenberg und ist Generalsekretär der NATO. Der sagte: die NATO hat sich seit 2014 auf diesen Krieg vorbereitet.Ist Deutschland nicht Teil der NATO? Hätten dann die Bundesregierungen, die Regierung Merkel und die Regierung Scholz, nicht Bescheid wissen müssen, dass die NATO einen Krieg gegen Russland vorbereitet? Warum werden dann die Menschen hier belogen, dass Russland einen Krieg begonnen hätte?

Alles das, was jetzt hier in der Presse steht, was die russische Armee angeblich tut, wahllos auf Zivilisten schießen beispielsweise, das hat die ukrainische Armee all die Jahre im Donbass gemacht. Sie hat sich mit Vorliebe zivile Ziele herausgesucht. Es ist gar nicht lange her, da wurde auch das Lager unseres Vereins Friedensbrücke, in dem unsere humanitäre Hilfe lag, von ukrainischen Geschossen getroffen. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt keiner unserer Helfer dort. Letzte Woche war eine andere Hilfsorganisation in Lugansk nicht so glücklich. Auch da wurde das Lager getroffen, aber der Vorsitzende der Organisation und einer seiner Ehrenamtlichen waren zu dem Zeitpunkt im Lager und kamen durch den Beschuss ums Leben.

Darüber wird man keine tränenreiche Geschichte in deutschen Zeitungen lesen, und keine Annalena Baerbock wird vor die Kameras treten und erklären, wie grauenvoll doch diese Bilder wären und wie schrecklich es sei, dass Menschen sterben müssen, die doch nur anderen helfen wollen. Kein Wort gibt es darüber hier in Deutschland zu lesen. Auch nicht über die Kinder, die seit Februar im Donbass durch ukrainische Raketen und Granaten getötet wurden. Das sind die falschen Kinder, um die darf man nicht trauern, da ist kein Mitgefühl angesagt.

Wir dürfen uns von diesen Geschichten nicht blenden lassen, die Tag für Tag über die Bildschirme flimmern. Das, was in der Ukraine passiert, ist ein Krieg, den die NATO und die Bundesregierung gewollt haben, auf den sie sich vorbereitet haben, den zu verhindern sie nicht einmal versucht haben. Das ist die Wahrheit.

Und dann sollen wir im Winter frieren, „aus Solidarität mit der Ukraine“? Oder aus Gehorsam einer Regierung gegenüber, die erst ihre Verpflichtung aus den Minsker Abkommen verraten hat, und dann uns, sobald die USA Sanktionen verlangten?

Das Schlimmste, wenn man die ganze Vorgeschichte kennt, ja, selbst, wenn man nur diese drei Aussagen kennt, die ich eben zitiert habe, ist, dass all diese jungen ukrainischen Männer für nichts sterben. In einem vermeidbaren Krieg, in dessen Kern ein Bürgerkrieg steckt, den Kiew vor acht Jahren begonnen hat, und den weder die deutsche noch die französische und schon gar nicht die US-Regierung jemals aufhalten oder beenden wollten.

Diese ganzen jungen Männer, ob sie jetzt an die irre Nazi-Ideologie eines Stefan Bandera glauben oder nicht, sterben nicht für die „territoriale Integrität“ der Ukraine. Sie sterben für die Scharfmacher der USA und der NATO, sie sind Kanonenfutter für einen Konflikt, mit dem die USA und ihre Vasallen ihre Vormacht in der Welt halten wollen.

Und genau dafür sollen wir auch frieren im kommenden Winter. Für die Größe der USA. Für das Recht des Internationalen Währungsfonds, Länder rund um die Welt nach Belieben auszuplündern. Für das Recht des Westens, gewählte Regierungen – und auch die Regierung von Janukowitsch, die 2014 gestürzt wurde, war eine legitim gewählte Regierung – nach Lust und Laune stürzen und durch willigere ersetzen zu dürfen, wie in Bolivien, wie es in Venezuela versucht wurde – die Liste, die dahintersteht, ist endlos, und ich denke, viele von euch kennen sie.
Frieren für Biden. Frieren für das Wohl der großen Konzerne, frieren auf Geheiß einer Regierung, die ihren Amtseid wohl heimlich auf die USA geschworen hat.

Das sind widerliche Aussichten. Von der ökonomischen Katastrophe, die das auslöst, ganz zu schweigen.

Ich würde lieber Brücken bauen.
Unser Verein heißt Friedensbrücke, und eine Friedensbrücke ist das, was wir heute brauchen.
Eine Friedensbrücke nach Russland und auch nach China; nicht Haubitzen in die Ukraine und deutsche Fregatten ins chinesische Meer.

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