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29.05.2018     Bereitet Kiew eine Offensive im Donbass vor?

 

Am Telefon: Friederike Schlegel (Friedensbrücke e.V.) zur Lage im Donbass in der Ostukraine

In den letzten Tagen wird vermehrt über Angriffe der Kiewer Regierungstruppen auf das Gebiet in der Ostukraine rund um den Donbass berichtet. Betroffen ist vor allem die Stadt Gorlovka. Nachdem der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Ende April diesen Jahres das Ende der sogenannten "Anti-Terror Operation" (ATO) angekündigt hatte, scheinen sich die Vorbereitungen auf einen Krieg gegen die Ostukraine zu stärken. Am 01. Mai verkündet Poroschenko einen Waffendeal mit den USA im Wert von 38 Millionen Euro (1) und die Lieferung von Panzerabwehrraketen namens "Javelin". Diese Raketen sind von der USA bereits geliefert worden (2).

Plant man in Kiew einen neuen militärischen Vorstoß? Wir sprachen mit Friedericke Schlegel vom Verein "Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe e.V."

Der Verein sorgt seit 2014 mit Reisen in den Donbass und ziviler logistischer Hilfe dafür, das Leid der seit 2014 vom Krieg betroffenen Menschen in dieser Region zu lindern.

Liane Kilinc vom Verein "Friedensbrücke" berichtet von der Lage im Donbass:

"Nachdem von Seiten der Regierung der Donezker Volksrepublik vorgestern (22.5.2018) der Befehl ergangen ist, auf weitere Provokationen durch die ukrainische Armee, deren Militärtechnik zu zerstören, um die Bevölkerung im Donbass vor Beschuss zu schützen, war es gestern "tagsüber" relativ ruhig. Die Volkswehr hatte bisher, unter Berücksichtigung von Minsk II nur auf Durchbruchsversuche reagiert, jetzt müsse man zum Schutz der Bevölkerung Gegenmassnahmen ergreifen. Seit gestern Abend und im Verlauf der gesamten Nacht führte die ukrainische Armee Angriffe mit schweren Waffen auf zivile Objekte entlang der gesamten Frontlinie durch. Besonders betroffen sind die Vororte von Gorlovka und Donezk. Sajzewo ist fast völlig zerstört, starke Schäden in Glubokaja, Jasinovataja und vielen anderen Siedlungen. Es gab unter den Zivilisten Opfer und Verletzte. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die Schutzräume nicht zu verlassen. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Die ukrainische Armee verlegt immer stärkere Truppenverbände und schwere Waffen an die Frontlinie zur Donezker und Lugansker Volksrepublik. Aus Kiev verlautete wiederholt, man sei zu einer Grossoffensive zur Rückeroberung des Donbass noch vor Beginn der Fussballweltmeisterschaft in Russland bereit. Seit mehreren Wochen wird der 3.Juni als Beginn dieser Offensive genannt. Beschuss mit schweren Waffen aller Waffengattungen begann jedoch bereits am 19. Mai. Auch die davor durch das Minsk II Abkommen ausgehandelten Waffenruhen wurden durch die ukrainische Armee und deren faschistischen Freiwilligenverbände nie eingehalten. Im Moment erfolgt die Evakuierung der Kinder aus den unter Beschuss liegenden Gebieten. Auch unser Verein "Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe e.V." unterstützt und organisiert Evakuierungsmassnahmen."

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